10/07/2024 - SNP Schneider-Neureither & Partner SE: Rede CFO Andreas Röderer

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Bericht des CFO

Andreas Röderer

auf der ordentlichen Hauptversammlung der SNP Schneider-Neureither & Partner SE am 27. Juni 2024

- Es gilt das gesprochene Wort -

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Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Aktionärsvertreter,

liebe Freunde des Unternehmens,

ich möchte Sie auch von meiner Seite herzlich willkommen heißen zur ordentlichen Hauptversammlung der SNP SE. Die meisten von Ihnen kennen mich noch nicht persönlich. Daher möchte ich mich Ihnen zunächst kurz vorstellen. Anschließend werde ich Ihnen die wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2023 näher erläutern.

Mein Name ist Andreas Röderer. Ich bin seit Juni 2023 bei der SNP und verantworte als CFO die Bereiche Finanzen, Controlling, IT, Investor Relations und Recht. Zuvor habe ich 14 Jahre lang für die SAP in verschiedenen Managementpositionen gearbeitet. Zuletzt war ich CFO und Mitglied der Geschäftsleitung der SAP Deutschland.

Ich bin in Heidelberg geboren und lebe mit meiner Familie in St. Leon Rot und konnte daher die Entwicklung der SNP schon länger verfolgen. Aufgrund meiner vorherigen Tätigkeit bei der SAP konnte ich da das enorme Marktpotential der SNP ganz gut beurteilen. Und daher freue ich mich nun das weitere profitable Wachstum der SNP als CFO begleiten zu dürfen und bedanke mich nochmal ausdrücklich bei unserem Aufsichtsrat für das entgegengebrachte Vertrauen und die Ernennung zum Vorstand mit dem Übergang ins Dualistische System im vergangenen Jahr. So nun aber zum:

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Bericht über das Geschäftsjahr 2023

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

die Geschäftszahlen für das zurückliegende Jahr 2023 zeigen, dass wir an einigen der richtigen Stellschrauben gedreht haben.

Einen kompakten Überblick hat Ihnen unser CEO Jens Amail bereits gegeben. Ich möchte nun etwas mehr ins Detail gehen. Die wichtigste und sehr positive Botschaft gebe ich Ihnen aber direkt zu Beginn mit auf den Weg: Bei den entscheidenden Steuerungsgrößen Auftragseingang, Umsatz und EBIT waren wir 2023 so erfolgreich wie nie zuvor in der Geschichte des Unternehmens.

  • Der Auftragseingang lag im Jahr 2023 bei rund 266 Millionen Euro und damit 37 Prozent über dem Vorjahr. Dabei verzeichneten wir ein stabiles Wachstum in unserem größten Markt Zentraleuropa sowie ein sehr starkes Wachstum in den USA und im Vereinigten Königreich.
    Insbesondere im Geschäft mit S/4HANA-Migrationen zog der Auftragseingang überproportional an. In diesem Bereich gab es mehr als eine Verdoppelung der neuen Aufträge. S/4HANA- Migrationen machen nun rund 55 Prozent des gesamten Auftragseingangs aus.
    Zugleich beobachten wir wieder einen Trend hin zu größeren Aufträgen mit längeren Projektlaufzeiten. Insgesamt konnten
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wir 57 Aufträge mit einem Volumen von über 1 Million Euro gewinnen.

o Der Konzernumsatz stieg um 17 Prozent auf rund 203 Millionen Euro. Positiv hervorheben möchte ich, dass alle unsere Regionen zu diesem Anstieg beigetragen haben. Die einzige Ausnahme war die Region Lateinamerika aufgrund der Hyperinflation in Argentinien.

Sowohl im Service- als auch im Softwaregeschäft erzielten wir deutlich gesteigerte Umsätze. Dabei legten die Umsätze im Softwaregeschäft überproportional zu. Sie machen inzwischen rund 34 Prozent des Gesamtumsatzes aus. So konnten wir die Bedeutung des Softwaregeschäfts weiter stärken.

o Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen - das sogenannte EBITDA - lag bei 21,5 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Millionen Euro oder rund 22 Prozent.

Abschreibungseffekte in Gesamthöhe von 10,4 Millionen Euro wirkten ergebnismindernd. Das entspricht einem Rückgang um 4 Prozent. Die geringeren Abschreibungen sind insbesondere auf auslaufende PPA-Abschreibungen infolge der Akquisitionen im Jahr 2021 zurückzuführen.

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o Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern - das sogenannte EBIT - stieg dementsprechend deutlich um 64 Prozent auf 11,1 Millionen Euro. Damit konnten wir die EBIT- Marge um 1,6 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent steigern.

  • Lassen Sie uns nun einen Blick auf das Finanzergebnis werfen:
    Das Finanzergebnis ist durch einmalige Effekte beeinflusst worden. Im Jahr 2022 waren die Finanzaufwendungen durch einmalige Aufwendungen in Höhe von 1,4 Millionen Euro belastet. Diese Aufwendungen fielen an im Zusammenhang mit Minderheitsaktionären aus einem Unternehmenserwerb.
    Im Jahr 2023 belasteten uns höhere Zinsaufwendungen von rund 1 Millionen Euro für unsere Darlehen und Schuldscheindarlehen infolge des höheren Zinsniveaus. Parallel legten die Zinserträge aus Kundenverträgen mit langfristigen Zahlungszielen um 0,5 Millionen Euro zu.
    Das Finanzergebnis verbesserte sich folglich um 0,7 Millionen Euro auf -2,3 Millionen Euro.
  • Nach Steuern ergab sich ein Periodenergebnis in Höhe von 5,9 Millionen Euro.

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Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

ich möchte Ihnen nun gerne die Entwicklung des Unternehmens im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 näher erläutern.

Wir sind erfolgreich in das Geschäftsjahr 2023 gestartet. Im ersten Quartal erzielten wir Steigerungen bei Auftragseingang, Umsatz und EBIT. Dafür war insbesondere das starke Wachstum im margenstarken Softwaregeschäft verantwortlich.

Auf Halbjahressicht lagen wir mit einer EBIT-Marge von 3,6 Prozent auf einem guten Weg, um die Ziele für das Gesamtjahr 2023 zu erreichen. Das zweite Halbjahr sind wir daher mit großem Optimismus angegangen und haben unsere Erwartungen noch übertroffen.

Unsere Prognose für das Jahr 2023 haben wir mit der Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal angehoben. Erneut konnten wir den Auftragseingang, Umsatz und das EBIT steigern.

Im vierten Quartal setzte sich die Serie guter Quartale weiter fort, sodass unsere Jahresergebnisse noch erfreulicher ausfielen als erwartet. Im Dezember hatten wir unsere Prognose daher erneut angehoben:

  • Für den Auftragseingang hatten wir nun einen Wert in der Spanne von 230 bis 250 Millionen Euro erwartet. Erreicht haben wir schließlich sogar 266,1 Millionen Euro.
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  • Für den Umsatz schraubten wir unsere Erwartungen auf 200 bis 205 Millionen Euro hoch und landeten zum Jahresende bei 203,4 Millionen Euro.
  • Die EBIT-Prognose haben wir im Dezember nicht erneut angepasst. So erwarteten wir weiterhin ein EBIT am oberen Ende unserer Spanne von 5 bis 10 Millionen Euro oder sogar leicht darüber. Schlussendlich lagen wir mit 11,1 Millionen Euro tatsächlich über der Prognose.

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

diese Erfolge wirkten sich auch erfreulich auf die Bilanz und die Cashflow-Rechnung aus. Lassen Sie mich darauf im Folgenden näher eingehen.

Der Blick auf die Bilanz zeigt, dass die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr leicht auf rund 262 Millionen Euro gesunken ist.

Auf der Aktivseite verringerten sich die langfristigen Vermögenswerte um rund 12 Millionen Euro. Der niedrigere Wert resultiert insbesondere aus dem niedrigeren Firmen- und Geschäftswert, der währungskursbedingt 4,6 Millionen Euro sank. Zudem gingen die immateriellen Vermögensgegenstände zurück. Diese sanken infolge der PPA-Abschreibungen um knapp 4 Millionen Euro auf etwa 15 Millionen Euro.

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Auch die langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zurückgegangen. Grund hierfür waren Umgliederungen in kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1,7 Millionen Euro.

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 8,6 Millionen Euro auf 138,8 Millionen Euro. Hervorheben möchte ich hierbei:

  • die höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die um rund 13,6 auf 78,3 Millionen Euro gestiegen sind. Der Anstieg resultiert aus der starken Umsatzentwicklung im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres und aus einem einmaligen Forderungsverkauf in Höhe von rund 6 Millionen Euro im vierten Quartal des Vorjahres, wodurch der Forderungsbestand am 31. Dezember 2022 um eben diesen Betrag niedriger war.
  • und den Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 1,9 Millionen Euro auf 40,3 Millionen Euro.

Als nächstes möchte ich mit Ihnen einen Blick auf die Passivseite der Bilanz werfen:

Das Eigenkapital stieg im Vergleich zum Vorjahresende um 1,4 Millionen Euro auf 108,6 Millionen Euro an. Gleichzeitig reduzierte sich die Bilanzsumme. Somit lag die Eigenkapitalquote bei 41,5 Prozent - das ist eine Verbesserung um einen Prozentpunkt.

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Bei den Verbindlichkeiten stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten um 5 Millionen Euro auf 69,6 Millionen Euro. Dagegen reduzierten sich die langfristigen Schulden um knapp 10 Millionen Euro auf 83,6 Millionen Euro.

Diese Veränderungen sind auf die Reklassifizierung zwischen den kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten gemäß den Laufzeiten zurückzuführen. Zudem wurde ein kurzfristiges Bankdarlehen in Höhe von 4,5 Millionen Euro getilgt.

Beim Blick auf die Cashflow-Rechnung haben wir sehr erfreuliche Fortschritte erzielt. Im letzten Jahr wiesen wir noch einen negativen operativen Cashflow auf. 2023 drehte sich dieser nun deutlich ins Plus und lag bei 12,5 Millionen Euro.

Für diese gute Entwicklung gibt es drei wesentliche Gründe:

  1. Das um 4,5 Millionen Euro gestiegene Periodenergebnis;
  2. Positive Effekte von 6,4 Millionen Euro bei den sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträgen
  3. sowie einen stärken Fokus auf die Zahlungsbedingungen in den Verträgen mit unseren Kunden

Der Investitions-Cashflow stieg ebenfalls deutlich auf +3,7 Millionen Euro an. Im Vorjahr war er noch ausgeglichen. Der positive Wert ist auf die Zahlung des Kaufpreises aus dem Verkauf der Anteile an SNP Poland zurückzuführen.

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Aus der Finanzierungstätigkeit ergibt sich ein Mittelabfluss in Höhe von 12,1 Millionen Euro. Dieser resultierte aus der Tilgung von Bankdarlehen in Höhe von 7 Millionen Euro sowie der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 5,1 Millionen Euro.

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

ich möchte nun auf unser Nachhaltigkeitsengagement zu sprechen kommen. Wir haben einen klaren Kurs in Richtung verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln gesetzt. Das ist ein Thema für das Hier und Jetzt und essenziell für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der SNP.

Wir haben daher im Oktober 2023 ein eigenes Nachhaltigkeitsressort unter der Leitung von Nicole Burhenne geschaffen. Das Team arbeitet derzeit an einer Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie und der wichtigen Strukturen im Konzern - in enger Abstimmung mit der Finanzabteilung und dem Personalressort.

Bereits seit einigen Jahren berichten wir jährlich über die Fortschritte unserer Aktivitäten. Dazu zählt beispielsweise unsere globale Mitarbeiterbefragung, deren Ergebnisse wir für die weitere Verbesserung des Arbeitsumfeldes nutzen. Unseren nichtfinanziellen Bericht lassen wir freiwillig einer unabhängigen Prüfung durch unseren Wirtschaftsprüfer unterziehen.

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Haftungsausschluss

SNP Schneider-Neureither & Partner SE veröffentlichte diesen Inhalt am 10 Juli 2024 und ist allein verantwortlich für die darin enthaltenen Informationen. Unverändert und nicht überarbeitet weiter verbreitet Public am 10 Juli 2024 09:59:30 UTC.

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